Taekwondo (koreanisch tae: Fuß; kwon: Faust; do: Weg; also Weg des Fuß- und Faustkampfes), koreanische Kampfkunst und Form der unbewaffneten Selbstverteidigung, die sich zwischen 1945 und 1955 aus dem alten Trainingssystem der Kampfsportart Tae-kyon entwickelte und Ähnlichkeiten mit Karate aufweist.

Die Wurzeln des Tae-kyon liegen im Korea der Koguryo-Dynastie im 1. Jahrhundert v. Chr. Seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts breitete sich diese Sportart auch international aus. Die World Taekwondo Federation (WTF; gegründet 1973, Sitz in Seoul) umfasst mittlerweile mehr als 140 nationale Verbände. Man schätzt, dass heute weltweit etwa 22 Millionen Menschen aktiv Taekwondo betreiben. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1973 statt und werden seitdem alle zwei Jahre ausgetragen. Europameisterschaften gibt es seit 1976. Wettkämpfe für Frauen finden seit 1983 inoffiziell statt, 1987 wurden sie in das offizielle Programm aufgenommen. 1983 war Taekwondo offizielle Sportart bei den Panamerikanischen Spielen und 1984 bei den Asienspielen. Seit dem Jahr 2000 gehört es auch zum Programm der Olympischen Spiele, nachdem es 1988 und 1992 als Demonstrationswettbewerb vertreten gewesen war. Die Mehrzahl der Taekwondo-Meister stammt aus Südkorea. Doch auch in anderen Ländern erreichen immer mehr Kämpfer Meisterklasse, vor allem in den USA, Spanien, der Türkei, den Niederlanden, Deutschland, Dänemark, Mexiko und Taiwan. Der Dachverband des Taekwondo-Sports in Deutschland ist die Deutsche Taekwondo Union (DTU; gegründet 1981, Sitz in München).

 

Beim Taekwondo werden Angriffs- und Verteidigungstechniken gewertet. Um den Gegner nicht zu verletzen, werden die Angriffe vor dem Ziel abgestoppt. Wie bei anderen modernen Kampfsportarten wird eine Synthese von körperlicher und geistiger Übung angestrebt. Bewertet werden Schlag-, Stoß- und Tritt-Techniken. Man unterscheidet Trainingsmethoden (hyong), Wettkämpfe und Bruchtests mit Holzbrettern (kyok-pa). Es wird dieselbe Kampfkleidung verwendet wie bei Karate.


Es gibt neun Meistergrade (Dan) und zehn Schülergrade (Kup). Wettkämpfe gehen über drei Runden zu je drei Minuten, dazwischen liegen Pausen von 30 Sekunden. Das Tragen einer Schutzkleidung (hogu) ist Pflicht. Die Gewichtsklassen gehen bei den Männern von fin (50 Kilogramm) bis Schwergewicht (über 83 Kilogramm), bei den Frauen von fin (43 Kilogramm) bis Schwergewicht (über 70 Kilogramm). Neben körperlicher Ertüchtigung spielen auch mentale Aspekte wie Förderung von Selbstsicherheit, Bescheidenheit, Selbstdisziplin und innerlicher Ruhe eine große Rolle.